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Justus von Liebig

Justus von Liebig


Justus Liebig wurde am 12.5.1803 als Sohn eines Drogisten in Darmstadt geboren. 1845 wurde ihm wegen seiner Verdienste der Freiherrentitel verliehen und er durfte sich ab da „von Liebig“ nennen.

Nach Abbruch der Schule und seiner Apothekerlehre arbeitete Liebig zunächst in der väterlichen Werkstatt und bildetet sich nebenher in der Chemie fort, die ihn schon von klein auf faszinierte. Durch Vermittlung seines Vaters begann er 1819 ein Chemiestudium in Bonn. Seine Lehrer erkannten schon früh Liebigs Fähigkeiten, sodass er später ein Stipendium an der Pariser Sorbonne erhielt, die zu dieser Zeit als Zentrum der Chemie galt. Dort lernte er auch Alexander von Humboldt kennen, auf dessen Empfehlung er schon mit 21 Jahren als außerordentlicher Professor an die Gießener Universität berufen wurde. Von 1824-1852 forschte und lehrte Liebig in Gießen. In diese Zeit fallen auch seine wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Der von ihm neu eingeführte Experimentalunterricht zog immer mehr Studenten aus dem In- und Ausland an und wurde weltweit richtungsweisend für das naturwissenschaftliche Studium. 1852 wechselte Liebig an die Universität im München. Er starb am 18.4.1873 als hochangesehener Wissenschaftler in München, wo er auch bestattet wurde. Liebig gilt als der Begründer der organischen Chemie, der Tierchemie und der Agrikulturchemie. Sowohl neue theoretische Erkenntnisse als auch ganz praktische Erfindungen sind ihm zu verdanken:

Die Erfindung des Fünf-Kugelapparates zur Vereinfachung der Elementaranalyse organischer Stoffe

Die Theorie der Isomere

Die Entdeckung der Mehrwertigkeit

Die Radikaltheorie

Die Entwicklung des Superphosphates als Düngemittel

Die Entwicklung des Silberspiegels anstatt des bis dahin verwendeten giftigen Quecksilbers

Die Entwicklung von Liebigs Fleischextrakt, um das bei der Häutegewinnung in Südamerika anfallende Fleisch sinnvoll zu nutzen

Das Backpulver zum Brotbacken ohne Hefe

Die Entwicklung von Babynahrung als Ersatz für Muttermilch

Die Eisen-Nickel-Legierung als Vorläufer des Edelstahls

Chloroform und Chloralhydrat

Pyrogallol als fotochemischer Entwickler

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gießener Ludwigsuniversität in Justus-Liebig-Universität umbenannt. Zu Ehren Liebigs wurde 1920 das Liebig-Museum an seiner Originalarbeitsstätte eröffnet. Weiterhin befindet sich an der Ostanlage das Liebig-Denkmal.

Quellen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Justus_von_Liebig

http://www.liebig-museum.de/justus_liebig/

http://www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/jlu/justusliebig

Geheimnisvolles Gießen – eine Entdeckungsreise mit Bobby und Molly, Hrsg: Universitätsstadt Gießen, Der Magistrat, Artur Klose Geheimnisvoller Verlag 2003, S.26-27